Kuchlsitzn

by Dritte Hand

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1.
Lamour Lamour kam in die Küche und stahl dem Koch sein Herz. Da nahm der Koch ein // den Nachtbus – stadteinwärts. Dann kamen viele Lieben: ein ziemlicher Spagat. Doch wenn du ihn recht beleuchtest, dann steht dort in der Tat: Lamour kam in die Kirche und stahl dem Herrn sein Kreuz. Lamour kam in die Kirche und stahl dem Herrn sein Kreuz. Da nahm der Herr ein Becher und fragte: na, wen freut’s? Ich geb euch eine Runde aus, dann leg ich mich ins Grab, schlaf zweiundsiebzig Stunden, erzähl euch was ich träumte, und zwar: Ein Wurm kam in die Kirsche und stahl dem Fleisch den // sein Kern. Ein Wurm kam in die Kirsche und stahl dem Fleisch den // sein Kern. Da nahm der Baum ein Vog’al und zeigte ihm den Wurm. Lamour kam übers Vog’al und brachte ihm was bei. Dies’ schrieb dann auf ein Kirschkern: schenk mir von deinen Herzen eins. ♥
2.
Jetzt oda späda bleibt ghupft wia ghatscht Streichel ma durchd Hoa so oft wia’s da hoid passt Roi mi ei im Teppich und draah mi im Kraas Gib ma meine Wadschn bis I nix mea was Gib ma wos zan Trinkn schau zua wia I mi biag Setz di auf mi auffe und I zaag da wia ma fliagt Schau deine Augn san voi wia da Mond, de hoid I da heid offn, egal wos jetzt no kummd Staanane Fre’sch und Zwüüfen aus Gloß, sitzn in dei’m Schädl und dazöön se wos. Ah-ha. Jetzt oda späda bleibt ghupft wia ghatscht Streichel ma mein Pöö’z so laung wia’s da hoid passt Oba loss deine Finga vo meina Haund Siagst du ned de Finga? De z’reissn da dei Gwaund Drei Schwoaze Punktal liegn unta mei’m Aug De stengan fia nix guads, des kaunnst ma du glaum Drei Schwoaze Tau’m sitzn auf mei’m Zaun Se wean da nix dazöön, oba du kaunnsta’s jo frogn Kauf ma schene Staana wos leichtn bei da Nochd Sie wer’n des letzte sei, wosd sigst heid in da Nochd. Ah-ha. Jetzt oda späda bleibt ghupft wia ghatscht Streichl durch mei Föö, soboid’s da daun hoid passt Roi mi ei im Teppich und draah mi im Kraas Gib ma meine Wadschn bis I nix mea was Gib ma wos zan Trinkn schau zua wia I mi biag Setz di auf mi auffe und I zaag da wia ma fliagt Ah-ha.
3.
Des Wossa rinnt unta de Schottn / des Wossa rinnt unta de Baam Im Schottn is a ned bessa / vo da Hitz samma scho gaunz waach Es riacht so siaß vom todn Hoiz / owa mia san do ned allaa Und ees Wossa is des anzige / wos uns jetz no höfn kau Des Wossa kitzlt deine Finga / des Wossa sreichlt deine Zächn Deine Finga kaun i nimma dawischn / Es hod mi scho daune trie’m Blitzblaue Liböön schwimman durch d’Luft / wia waun olles aus Wochs gmocht wa’ Oba es Wossa is des anzige / wos mi vo dia wegtreim kau Des Wossa bringt uns Staana / des Wossa bringt uns Zeit Unta de Staana: a rostiga Löffe’ / und a Föödfloschn aus Emaille De Weidn san schene oide Frau’n / mit launge grüne Hoa Und es Wossa is des anzige / wos ma ned aufhoidn kau Des Wossa glitzert jetz scho rot / des Wossa wird boid schwoaz De Gössn haum an Hunga griagt / owa dia is des egal Des rode Liacht, des mocht mi schwoch / mei Heaz wird schwora und schwa Und es Wossa is des anzige / in dem o’tauchn kau.
4.
Ich 7 03:09
Ich bin eine Schildkröte // Ich führe mich selbst im Schilde hinters Licht // Weil drinnen ist es finster // Ich kaue langsamen Apfel Ich steh in der Stadt hinter dem Schild Der Duft der schönen Fremde weht herein Der Apfel schmeckt nach Rosen Und Ich bin ein Nachtfalter // Irre durch die Nacht, Schicht für Schicht // hinter Gitterfenstern brennen Kerzen // Ich kreise um den Laternenpfahl so nah, meine Fühler werden blind der Staub von meinen Flügeln fällt herab ich gehe baden in das Wachs Und ich bin ein Regenwurm // das ist ein Turm, der sich winden kann, wenn er es will // bitte zerschneide mich, dann gibt’s mich sieben mal Ich 1 schenke dir Blumen Ich 2 ess’ deinen Kuchen Ich 3 mach’ Lagerfeuer Ich 4 bin dir treu Ich 5 bin es nicht Ich 6 bin ein Dieb Ich 7
5.
Kuchl 04:14
du föösd ma und i föö ma nur die kuchl is do und laa und deine augn san a seidnzuckerl drei engl mid launge hoa passn drauf auf und deine augn san a seidnzuckerl auf deina fließn steht “mia vagessn nix” zeid vageh! vageh! und deine augn san a seidnzuckerl
6.
Und dann begann die Zeit, in der meine Hand, verstohlen doch verdächtig bewegt und umbemerkt, in deiner Nähe abgelegt, keine Bedeutung mehr fand. Wo Finger umsonst im kalten Leintuch scharrten. Blicke starrten und nicht in die Tiefe fanden. Hände hofften nicht länger, endlich entdeckt zu werden. Fürchteten nicht länger, unendlich unentdeckt zu bleiben. Finger, wie Katzen, suchten Aufmerksamkeit, ungeduldig aber schon bald das Weite. Blicke durstig nach Abgründen. Im blinden Fleck ruht ebige Geborgenheit. Auf der Ewene: verreckte Vögel und wenn einmal ein Wagen passiert: wackelt noch der linke Flügel, im Fahrtwind: ein letzter Wink Ein buntes Häufchen Elend, Orange & Weiß & Braun, liegt im Straßengraben daneben, vom Glücksrad überfahr’n. Darüber glitzert silber: eine Silberkette und ein „W“ mit Schönheitsfleck. Über die Ewene senkt sich: die Nacht.
7.
Kuchlsitzn 02:03
waast no oisd gsogt host „wüüsd uns ned no wos bau’n?“ de sunn schaud eina und lochd di au de geista taunzn in da hitz mei hirn drahd se weg und mia dan: Kuchlsitzn schene leid haum schene sochn schene zeid, zeid zum zum Mannaschnittn noschn di biagts im sessl ois würd di wea kitzln mei hirn drahd se weg und mia dan: Kuchlsitzn wia haums laud zu zweit kane aundan leid papia-schnitzel… wia traaman woch beim: Kuchlsitzn host ma deine geheimnisse wissn lossn wia liegn kuddand in da Laungen Gossn de passanten woin uns bespitzln da mond steht hoch schnö haam Kuchlsitzn
8.
Glizzah 04:31
Do is ana aufgwochd, in da Fruah, Mid an murdsdrumm Kraumpf in seim rechtn Fuas. Do is ana aufgwochd, in da Fruah, Hois und Hian nu ziemlich zua. Do is ana aufgwochd in da Fruah, Glizzah foid aus seine Hoa. Zwa au’gsoffane Typm, aun ana Bar. Ana scho a bissl ööda, da Aundre ned gaunz allaa… Zwa au’gsoffane Typm, aun ana Bar. Fünf Bia haums scho, in etwa. Und se hümme’n ständig iagndwos oda iagndwen au. Und si redn vo dera Stimm, de s’ nimma ausm Kopf ausse griagn. De si au’gschlichn hod, wia ra finstane Kods. De ihrn Plotz ei’nimmt, ihre Kreula ausfoad. Und wia s’ Heazn brichd, wia waun s’ nix aundas kunnt. Ma siachd de zwa daun rodlos vorm Kaffeehaus steh, Späda daun aum Proda vorbei geh… Da Spass hod scho zua, owa da Mittwoch wiad woch. Ma siachd ei’steign de zwa, Messe U2… Iagndwo genngan s’ fiaranaund, iagndwie lossd des Fiwa laungsaum noch. Jo, wia gsogd, do is ana aufgwochd, in da Fruah Allaa in seim Bett und de Stimm woa auf amoi weg. Do is ana aufgwochd, allaa, in da Fruah. Vo de zwa Typm, der ane, und ned da Oide!, des worst du! Jo du bisd aufgwochd in da Fruah, mid Glizzah in de Hoa… owa dea Glizzah woa nur der vom vorign Joa…
9.
Schlafende Löwen wecken / Schlafende Löwen wecken Klopfst an die Tür / Der Schall schreckt durch den Flur Dumpfe Schritte heulen / im hohen Raum Der Diener kommt näher / der Diener kommt näher Man späht durch das Loch / Man späht durch das Loch Er späht zurück Er späht zu, zu spät, zu spät / zu spät zu… Die Frau Baronin schläft schon / Die Baronin schläft Der Diener richtet ihr das / Hasenfell Hasenfell kost kein Geld / Hasenfell, fast kein Geld Dame träumt vom / Installateur Dreistimmig, kleines bisschen / dissonant Für den Anfang fehlt der / erste Ton Wie beginnen ohne Grund? / Vielleicht hätte der Besuch… Vielleicht hätte der Besuch / den Grund, den Ton gefunden Der ist schon / weiter ins Cafe gefahr‘n / mit dem Kupferschiff Mit dem Kupferschiff und dem / Retrotisch Kam am Diener nicht vorbei im / Spiegel brät ein Spiegelei Spieglei‘, Spieglei‘, an der Wand / was verstecke ich in meiner Hand? Bettzeug oder / Feuerzeug „Gib mir Feuer!“, sagt die / Nachbarin Im Bett liegt schon ein andrer / Mann Der bemalt von deinem / Hirn die Innenwand Der bemalt von deinem Hirn / die Innenwand Vertauschte Köpfe mehr / braucht es nicht Nackte Körper im / roten Licht Feuerrote Haut der / Riesin gemacht Sie badet im Impressionist / innenteich „Linsen raus, alles schaut im /pressionistisch aus“ „Linsen raus, alles / schaut impressionistisch aus“ Gesagt hat sie, man dürfe ruhig / die schlafende Löwin wecken Schlafende Löwin wkn / schla löw wn Ich soll sie wecken / ich will sie wecken Ich würd sie wecken aber / sie versteckt sich Nicht in / meiner / Hand
10.
Du kummsd haam, scho wieda is genau so spod. 4. stog, des haaßt vieradneinz’g stiagn. Seawas Nochba, heast trink ma no wos, Gin Tonic is des anzige, auf des ned kraunk wiasd… Glasl la, letzte Tschick, draußdn wiads höö. Und sie schaud di au, wia’s hoid schaud… Und du schaust zruck und kennsd di ned aus… Aum Dochbodn o’m scheichds de Tau’m auf. De ane anzige weiße kummd ois letzte davo’. Kumm geh ma spazirn, geh ma ind Stod. Sie schaud ma fü z’groß aus, vo do hero’m… Sie foigd da owe und du foigsd deim bauch. „De Gegn’d do is schirch“, sogst, „des muas ma meng…“ „Owa wos scheenes, des is eh nua wos fai de noa’n.“ De Geg’nd do is schirch, owa wos schirch is, is woa. Und wos woa is, wird vo söwa schee’. Beim Obschied stengan beide tia’n offm. Und sie schaud di au, wia’s hoid schaud… Und sie schaud di au, wia’s hoid schaud… Und du schausd zruck, mochsd hinta dia zua, wei’st ned glaubst… Zeit vageht, du bist in ana aundan stod. Und dea schlofsogg aum sofa sogt, dass du heid bleibst… Sie gehd umme und losst offm olle tia’n Und waun da koid is, (sogts) daun schrei, oda kummsd hoid umma (sogts) zu mia… Und du stöösd di ins zimma, wia’ra offane frog. Und sie schaud di au, wia’s hoid schaud… Und du schausd zruck, wia ma schaud wau ma glaubt… Und sie schaud di au, wia’s hoid schaud… Und du schausd zruck wia ma schaud, wau ma glaubt.

about

Release Show 03.03.2020 at Chelsea Vienna.

Financed independently through crowdfunding. Big thanks to everyone who supported us! Recorded in May 2019, with additional recordings happening in autumn through winter 2019.
Also available as LP and CD, more info available at our homepage.

credits

released February 28, 2020

Music: Mario Schlager.
(except 1: Bernhard Scheiblauer).
Lyrics: Mario Schlager.
Recording and Mix: Alexander Lausch - www.listencareful.com
(except 2: mixed at Irievibrations, remixed by Alexander Lausch).
Master: Martin Scheer.

Band:
Bergstötter David - Drums, Percussion, Backing vocals.
Knall Adele - Doublebass, Backing vocals.
Scheiblauer Bernhard - Hammond Synth, Backing vocals.
Schlager Mario - Vocals, Guitarre, Banjo-Guitarre (8), Sitar.

Guests:
Horn Sigrid - Voice (1, 2, 3, 8, 9).
McLean Magdalena - Violin (1, 2, 3, 6, 8).
Pichlmayer Katharina - Voice (10), E-Bass (8), Backing vocals (2, 8).
Poyntner Philipp - Clarinet (8).
Scheuch Krise - Guitarre (3, 5, 6, 8, 9).
Cotten Ann - Flute (1, 9).

Artwork - Dritte Hand
Design Cover, Backcover - Schlager Mario.
Cover Photography - Weißbacher Mirjam.
Booklet Center Photography - Huber Felix.

Dritte Hand Records 2020

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Dritte Hand Vienna, Austria

Dialect Psychedelic Rock from Austria.

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